2009 ist das Heinrich-Hoffmann-Jahr. Der Schöpfer des Struwwelpeter feiert am 13. Juni seinen 200.Geburtstag. Mangels guter Bilderbücher als Weihnachtsgeschenk für seinen dreijährigen Sohn reimt und zeichnet er 1844 selbst ein Buch: den Struwwelpeter. Im Oktober 1845 weist das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels auf eine Neuerscheinung hin: Die erste gedruckte Ausgabe von „Lustige Geschichten und drollige Bilder“ von Reimerich Kinderlieb erscheint.
Reimerich Kinderlieb, dieses Pseudonym wählte sich Heinrich Hoffmann, hat großen Erfolg. In kurzer Zeit ist die Erstauflage vergriffen. Je älter der Struwwelpeter wurde, umso mehr Freunde und Bewunderer fand er. Aber auch heftige Kritik muß er aushalten, so etwa bei autoritären Erziehungsmethoden, in denen ihm vorgehalten wird, den kindlichen Willen zu unterdrücken. Hoffmann warnt mit seinen drastischen Bildern vor Unfällen. Und er ruft als Arzt zu Hygiene auf. Denn mangelnde Hygiene ist eine der häufigsten Ursachen für Krankheiten und Todesfälle in seiner Zeit. Viele Nachfahren hat der Struwwelpeter bekommen in seinem 160-jährigen Leben. Die Bilder und Reime bieten viele Anregungen für eine zeitgemäße und auf das Wohl der Kinder bedachte Erziehung. So war es nur folgerichtig, dass in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts der Anti-Struwwelpeter große Erfolge feierte. Und besonders viele satirische Nachfahren fand er in der Politik.