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Alltag in der Favela

Parallelwelten in Salvador da Bahia

von Ralf Falbe

Der Weg vieler Favelas in normale Stadtviertel scheint weit, obwohl Präsident Lula da Silva bereits viel Geld in die Infrastruktur dieser Elendssiedlungen gepumpt hat und auf eine Eindämmung der Verhältnisse baut. Einige Slums in Brasilien werden von Drogengangs beherrscht, andere unterstehen mafiösen Vereinigungen aus Milizen – Polizeikräfte, Militärpolizisten, Feuerwehrmänner. Oft sind von Geschäften und Krämerläden „Sicherheitsgebühren“ zu zahlen, die nach Umsatz taxiert werden. Wer nicht zahlt, riskiert sein Leben. Ein ganz anderes Potenzial birgt das Geschäft mit Kleinbussen, Gas, Strom, Satellitenfernsehen, Immobilien, Geldverleih.

Foto 3: Plausch unter Nachbarn am späten Nachmittag in der Favela Uruguai, Salvador da Bahia

Der inoffizielle Immobilienmarkt in den Slums bewertet Grundstücke und selbst gebaute Häuser mit erstaunlich hohen Preisen. Da viele Favelas in Brasilien nicht an das offizielle Kabelnetz und an staatliche Gasleitungen angeschlossen sind, boomt die Nachfrage nach selbst verlegten Leitungen und Gas- sowie Stromversorgung. Die ökonomischen Gesetze der Slums bieten der Schattenwirtschaft einzigartige Bedingungen – Experten schätzen die Quote des informellen Handels bereits auf rund 40 Prozent. Ein guter Grund für die brasilianische Regierung, die Parallelwelten zu bekämpfen und die Bewohner als reguläre Steuerzahler zu gewinnen.

Reportage: 104 Zeilen à 40 Anschläge; 4.589 Zeichen (mit Leerzeichen)


Inklusive folgender Medien:
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Foto 1: Blick auf die Ausläufer der Favela Uruguai mit der Baia Todos Santos im Hintergrund, Salvador da Bahia    Foto 2: Blick auf die Favela Sáo Catano in Salvador da Bahia    Foto 3: Plausch unter Nachbarn am späten Nachmittag in der Favela Uruguai, Salvador da Bahia    Foto 4: Crack-Szene im Stadtteil Pelourinho, Salvador da Bahia

Foto 5: Möbelgeschäft in der Favela Uruguai, Salvador da Bahia   Foto 6: Straßenhändler mit Bierstand in Ribeira, Salvador da Bahia



 

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