Er ist einer der letzten seiner Zunft: Holzstecher Rudolf Rieß aus Nürnberg hat in seiner Werkstatt bis heute viel zu tun. Über die Xylografie (=Holzstich) hinaus fertigt er Gravuren, hilft bei Druckproblemen, berät Museen und gibt sein umfangreiches Fachwissen an Interessierte weiter.
Gleich hinter der mächtigen Nürnberger Stadtmauer und dem trutzigen Ludwigsturm liegt in einer kleinen Gasse versteckt die Offizin Rudolf Rieß. Seit fast 25 Jahren ist der 73-Jährige in dem liebevoll restaurierten Haus aus dem Jahre 1495 täglich bei der Arbeit. In den niedrigen Werkstatträumen mit den kleinen Fenstern sieht es wahrscheinlich aus, wie zur Blütezeit des Holzstichs vor 150 Jahren.