Der Gebrauch von Zwangs- oder Pflichtarbeit in allen ihren Formen sei möglichst bald zu beseitigen, urteilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bereits 1930 in ihrem Übereinkommen über Zwangs- und Pflichtarbeit. Doch noch heute leiden Schätzungen zufolge rund 12,3 Millionen Menschen unter missbräuchlichen Arbeitsverhältnissen.
Wer jedoch denkt, Pflichtarbeit, Menschenhandel und Zwangsprostitution seien nur Probleme von Entwicklungsländern, der irrt. Nein. Auch in den Industrienationen werden 360.000 Frauen und Männer, Jungen und Mädchen unter menschenunwürdigen Bedingungen ausgebeutet. Oft trifft es vor allem die Verletzlichsten: Frauen, Mädchen, Wanderarbeiter und indigene Völker. Durch die weltweite Wirtschaftkrise droht sich die Situation weiter zu verschärfen.